Große Charity-Lesung mit Nepada e.V.

Der Naturschutzverein Nepada e.V. lädt zu einer großen Charity-Lesung aus dem „Sohn des Schamanen“ in den Nochtspeicher auf St. Pauli ein. Am 30.3. beginnt die Veranstaltung um 19:30 Uhr. Katharina Menne von Die ZEIT moderiert, und 70% des Ticketpreises kommt der indigenen Selbsthilfeorganisation ACIRA zugute. Die arbeitet genau dort, wo auch das Buch spielt: am Oberlauf des Rio Negro, wo die letzten Jaguarschamanen der Huhuteni zuhause sind.

Schamanenhaus in Hipana
Schamanenhaus in Hipana (c) Giorgio Palmera

Ein Beitrag in der ZEIT

Die Wochenzeitung Die ZEIT veröffentlicht in ihrer aktuellen Ausgabe einen umfangreichen Text, der das Phänomen des „Angriffsjournalismus“ und unser Buch „Der Sohn des Schamanen“ behandelt.

„Der Gebrauch von Gift, Folter, Verwünschungen und aufwiegelnden Reden fällt in eine Tradition des „dunklen“ oder „bösen“ Schamanismus, den die Anthropologen Robin Wright und Neil L. Whitehead als „Angriffsschamanismus“ bezeichnen. Bei den Huhuteni ist das eine weit verbreitete schamanische Spezialdisziplin.“

„Auf großartige Weise eigenwillig“: Rezension in der Badischen Zeitung

Unter dem Titel „Ein Seelenreisender“ hat Hartmut Buchholz in der Badischen Zeitung eine besonders ausführliche Besprechung des „Sohn des Schamanen“ veröffentlicht.

„Können Schamanen zaubern? Und wenn sie es könnten, worin bestünde dieser Zauber, wie wird er erworben, kann er weitergegeben werden, reicht er über einen Zirkel der Eingeweihten hinaus, wie und worin äußert er sich, enthält er auch dunkle Elemente des Bösen, wie verhält er sich gegenüber den Zumutungen der Moderne? Diesen und vielen anderen Fragen ist der Journalist Thomas Fischermann („Der letzte Herr des Waldes“) in seinem faszinierenden neuen Buch „Der Sohn des Schamanen“ nachgegangen.

Werden die Goldsucher die Fische vergiften?

Ich glaube, dass das Goldsuchen schnell außer Kontrolle geraten kann. Wenn einer in Hipana Gold oder Diamanten findet, meinst du nicht, dass es sich herumsprechen wird? Am Ayari-Fluss leben gar nicht genug Männer, um das ganze Gold aus der Erde zu holen. Also kommen erst kleine Gruppen aus anderen Orten an, dann kommende Tausende Männer, und du glaubst doch nicht etwa, dass sie sich in unseren Dörfern respektvoll verhalten?

Vielleicht tragen sie Waffen und stehlen unsere Mädchen. Sie ziehen in unsere Dörfer und richten ein riesiges Durcheinander an. Vielleicht wollen sie uns erschießen. Die Goldgräber wühlen den Boden der Flüsse auf, und sie verschmutzen das Wasser, bis die Fische nicht mehr kommen.

Also ist das eine Frage, die nicht nur Hipana betrifft. Wenn ein Dorf am Ayari das Goldgraben genehmigt, ist das eine wichtige Entscheidung über die Zukunft aller Dörfer. Dann müssen alle Häuptlinge von der Quelle bis zur Mündung des Flusses miteinander reden.

Dzuliferi Huhuteni, Schamanenlehrling

Auszug aus dem Buch „Der Sohn des Schamanen“

Traditioneller Fischfang in Hipana (c) Giorgio Palmera
Fisch ais de, Rio Ayario (c) Giorgio Palmera
Gefährliche Stromschnellen erschweren die Fahrt auf dem Ayari (c) Giorgio Palmera