Das Erbe der Malirinai

Vom Kampf um das alte Wissen im Regenwald

„In der Zukunft werden wieder Generationen geboren, die unser Wissen brauchen. Sie fragen sich dann, wie sie die Krankheiten heilen können und wie man zu den Göttern in der Anderen Welt reist, damit man sie um Rat bitten kann.

Wenn die Alten sterben, nehmen sie ihr Wissen mit ins Grab. Irgendwer muss es für die Ungeborenen aufbewahren.“

Dzuliferi Huhuteni, Schamanenlehrling
Dzuliferi Huhuteni
Dzuliferi Huhuteni (c) Giorgio Palmera

Über das Buch

Begegnungen in einer bedrohten Welt

Es gibt nur noch wenige entlegene Orte im Regenwald, an denen die einheimischen Völker nach ihren eigenen Traditionen leben können. Im nordwestlichen Amazonasgebiet, an der Grenze zwischen Kolumbien und Brasilien, trotzt der Clan der Huhuteni der fortschreitenden Zerstörung seines Lebensraums und seines uralten kulturellen Erbes.

Die Huhuteni haben sich im Regenwald einen außergewöhnlichen Ruf erarbeitet: Ihre Schamanen, die Malirinai, sind für spektakuläre Heilerfolge bekannt, aber es heißt auch, dass sie mit bloßer Gedankenkraft ihre Feinde töten können. Doch ob das auch für den Kampf gegen die Goldgräber, Holzfäller und Milizen reicht, die die Huhuteni am liebsten vertreiben und den Amazonaswald zerstören möchten?

Der Journalist und Bestsellerautor Thomas Fischermann („Der letzte Herr des Waldes“) hat den Huhuteni-Clan auf einer seiner Amazonas-Expeditionen besucht und den Schamanenlehrling Dzuliferi kennengelernt. Aus ihrer Begegnung entstand eine einzigartige Kooperation. Dzuliferi wurde zu Fischermanns Begleiter in den Tiefen des Regenwalds. Detailfreudig erläuterte er ihm die schamanische Praxis seiner Familie. Er ließ ihn am Leben in seinem Heimatdorf teilhaben und nahm ihn mit zu heiligen Stätten.

Die außergewöhnliche Stimme des Schamanenlehrlings gewährt tiefe Einblicke in diese ursprüngliche Welt voller Magie und Weisheit – die so bedroht ist, dass es sie vielleicht bald nicht mehr gibt.

Buchcover 3D
Das Buch ist als Hardcover bei Penguin-Randomhouse/Heyne erschienen

„Ein tolles Buch!“

Frauke Oppenberg, SWR2, 12. Oktober 2021

„Spannende und oft atemraubende Lektüre“

Bernd Loppow, Die ZEIT REISEN, 24.11.2021

„Sein indigener Reisebegleiter ließ ihn teilhaben an einem Wissen, das es möglicherweise schon bald nicht mehr gibt.“

SWR-Hörfunk, 12. Oktober 2021

„Ein inspirierendes Buch über das widersprüchliche Leben im Regenwald“

RiffReporter, 23. Januar 2022

„Weit entfernt von romantischem Hokuspokus“

Ulrike Prinz, Ethnologin und Journalistin, 21. Januar 2022

„Die letzten Zauberer am Amazonas kämpfen um das magische Erbe ihrer Welt – und auch unserer Welt.“

Petra Rieß, NDR Kultur à la Carte, 25. Oktober 2021

Ich habe Euch Magic mitgebracht!“

Anna Kohn, Deutschlandfunk Nova, 30. Oktober 2021

„Thomas Fischermann ist zu der Überzeugung gekommen: Nur wenn die indigene Bevölkerung des Amazonas konsequent geschützt wird, lässt sich der Regenwald noch retten.“

ZDF, 5. November 2021

„Spannend und erkenntnisreich“

Maike Mackerodt, Ö1 Rundfunk, 8. Oktober 2021

„Ein zauberhaftes Buch!“

FAZ Magazin, David Klaubert, 13. Dezember 2021

„Auf großartige Weise eigenwilliges Buch“

Hartmut Buchholz, Badische Zeitung, 17. Februar 2022

NEWS

Große Charity-Lesung mit Nepada e.V.

Der Naturschutzverein Nepada e.V. lädt zu einer großen Charity-Lesung aus dem „Sohn des Schamanen“ in den Nochtspeicher auf St. Pauli ein. Am 30.3. beginnt die Veranstaltung um 19:30 Uhr. Katharina Menne von Die ZEIT moderiert, und 70% des Ticketpreises kommt der indigenen Selbsthilfeorganisation ACIRA zugute. Die arbeitet genau dort, wo auch das Buch spielt: am …

Ein Beitrag in der ZEIT

Die Wochenzeitung Die ZEIT veröffentlicht in ihrer aktuellen Ausgabe einen umfangreichen Text, der das Phänomen des „Angriffsjournalismus“ und unser Buch „Der Sohn des Schamanen“ behandelt. „Der Gebrauch von Gift, Folter, Verwünschungen und aufwiegelnden Reden fällt in eine Tradition des „dunklen“ oder „bösen“ Schamanismus, den die Anthropologen Robin Wright und Neil L. Whitehead als „Angriffsschamanismus“ bezeichnen. …

„Auf großartige Weise eigenwillig“: Rezension in der Badischen Zeitung

Unter dem Titel „Ein Seelenreisender“ hat Hartmut Buchholz in der Badischen Zeitung eine besonders ausführliche Besprechung des „Sohn des Schamanen“ veröffentlicht. „Können Schamanen zaubern? Und wenn sie es könnten, worin bestünde dieser Zauber, wie wird er erworben, kann er weitergegeben werden, reicht er über einen Zirkel der Eingeweihten hinaus, wie und worin äußert er sich, …

Termine

20. Mai 2022
  • Zu Gast beim WISE-Festival in Berlin

    20. Mai 2022  17:20 - 19:00
    House of Music Bar & Café & Späti Revaler Straße 99, 10245 Berlin, Deutschland

    Weitere Details anzeigen

Wenn du zaubern willst …

… musst du erst sterben. Dann darf in deinem Körper kein Leben mehr sein. Du sinkst zu Boden und fühlst, wie das Blut deine Adern verlässt. Bald liegst du einfach so herum, wie ein Stück Holz, und es ist besser, wenn deine Verwandten dich nicht sehen. Sonst machen sie sich Sorgen und weinen um dich.

Aber du, der Zauberer, hast keine Angst. Du weisst, dass ein neues Leben in dich fährt und dass ein anderes Blut deinen Körper durchströmt. Es ist das Blut unserer Götter, der Saft der Pflanze Pariká, die für die Menschen wächst, damit sie reisen können. Weil du keinen Körper hast, darfst du hinauf in die Andere Welt.

Deine toten Augen erblicken die Sonne eines alten Himmels, deine lahmen Beine tragen dich durch die Häuser der Toten. Du kannst sie um Rat und Hilfe bitten, und wenn du viel Mut hast, steigst du bis zu unserem Gott Kuwai hinauf. Vielleicht gelingt es dir, seinen mächtigen Pelz zu umarmen? Dann erlangst du große Macht.

Dzuliferi Huhuteni, Schamanenlehrling

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